Wie ich als Mama Meditation in meinen Alltag integrieren kann

Viele Mamas heutzutage sind sehr gestresst. Und das, obwohl wir im absoluten Wohlstand leben. Es gibt Betreuungsmöglichkeiten, unzählige Hilfen, die den Haushalt vereinfachen (stelle dir vor, du müsstest deine gesamte Wäsche mit der Hand waschen!) und einen ziemlich hohen Lebensstandard für die meisten. Davon kann mehr als  90% der Weltbevölkerung nur träumen. Warum sind dann so viele Mütter am Ende ihrer Kräfte?

Die Antwort liegt im Inneren. Denn der Mama-Maßstab, der unbewußt (und teilweise auch nicht so unbewußt) in Medien und Gesellschaft vermittelt wird, ist ein unrealistischer Wahnsinn. Wir Mütter müssten dann so eine Art Superwoman sein, die niemals Schlaf braucht und immer gut drauf und motiviert ist und Beziehung, Kinder, Haushalt, Arbeit, Fashion, Lifestyle, Gesundheit & Fitness und vieles mehr locker unter einen Hut bringt.

Alle wissen auch, dass es zu viel ist. Versuchen aber trotzdem, es zu schaffen. Wer will sich schon eingestehen, überlastet zu sein?

Also kommt noch zusätzlich was oben auf die Liste drauf: Entspannung. Die ausgelastete Mama geht nämlich dann zusätzlich auch noch zum Yoga oder Entspannungstraining, um den restlichen Stress wieder auszugleichen.

Oder es ist dafür schon gar keine Zeit mehr. Der Terminplan platzt aus allen Nähten. Dann bleibt die Sehnsucht nach Ruhe, Erholung und Entspannung unerfüllt.

Aber wie wäre es, wenn Entspannung und Ruhemomente kein zusätzlicher Programmpunkt wären, für den eigentlich gar keine Zeit mehr übrig ist?

Was wäre, wenn Gelassenheit und innere Ruhe das Fundament einer jeden Mama wäre, auf dem sie ihren Alltag aufbauen könnte?

Dann bräuchte es vielleicht gar keine zusätzlichen Kurse zum Entspannen mehr, weil Mama gelernt hat, in ihrer Mitte zu bleiben, egal, was um sie herum passiert.

Das ist, was ich mich lange gefragt habe. Als ich selber vor einigen Jahren in dieser Erschöpfungs-Tretmühle drin steckte, half dann irgendwie auch gar nichts mehr. Selbst die Meditation nicht, die ich damals praktizierte.

Ich experimentierte dann an mir selbst herum. Da ich davor viele Jahre Kurse über Meditation unterrichtet hatte, wusste ich, worauf es ankam. Aber ich brauchte eine neue Form, die in meinen bewegten und vollen Alltag als Mama passte.

Und da war vor allem ein Kriterium maßgeblich: es war keine Zeit für einen zusätzlichen Programmpunkt vorhanden. Geschweige denn die Nerven dafür.

Also entwickelte ich für mich selbst viele kleine Techniken und Hilfen, die ich in kurze Momente jeden Tag einbauen konnte. Die aber einen fundamentalen Unterschied bewirkten: nach und nach kam ich aus meiner Erschöpfung heraus und konnte wieder in meine Mitte kommen und auch da bleiben. Das bedeutet, ich konnte in stressigen Situationen ruhig bleiben, Herausforderungen positiv begegnen und klare Entscheidungen treffen, die zu meinen Bedürfnissen passten.

Dazu brauchte es nicht stundenlanges Meditieren jeden Tag (wie ich das früher gemacht hatte, bevor ich Kinder hatte).

Nein, es ging und geht vor allem darum, kleine Ruheinseln in jeden Tag einzubauen und die Ressourcen wahrzunehmen, die schon da sind. Zeit, Kraft, Ruhe und Schlaf. Alles ist da, wir müssen nur wahrnehmen, wie wir es effektiver nutzen können.

Denn Mama-Sein ist ein Segen und keine Bürde. Es ist anstrengend, klar. Aber es sollte Freude machen und einen nicht an die absolute Grenze bringen. Schon eher sollte es Grenzen sprengen, da die Erfahrungen als Mama so unsagbar schön sind, dass man sie niemals missen möchte, egal wie anstrengend alles manchmal ist.

Aber wäre es nicht schön, wenn man Meditation einfach so zwischenrein und unterwegs einbauen könnte? Und mit Meditation meine ich nicht das, was allgemein damit assoziiert wird. Für mich ist Meditation eine gelebte innere Ruhe mitten im Mama-Alltag. Eine Art, deine Aufmerksamkeit so lenken zu können, dass alle Ereignisse, alle Gedanken und Gefühle dich stärken und nicht schwächen. So dass jeder Moment, egal ob leicht oder schwer, einfach ein bunter Teil ist von deiner großen spannenden Patchworkdecke, die dein Leben ist.

Das ist möglich. Es ist nur wichtig, dass man kleine Bausteine in den Alltag integrieren lernt, die einen wieder zurückholen. Von negativ zu positiv. Von Sorgen ins Hier und Jetzt. Von müde zu einfach da. Von genervt zu gelassen.

Das geht, indem man kleine Schritte geht. Diese aber stetig und regelmäßig.

Indem neue, kleine und machbare Gewohnheiten Teil des Lebens werden, die die Aufmerksamkeit auf das richten, was schon da ist: Frieden, Freude, Zeit, Energie, liebevolle Mitmenschen...

Manchmal braucht es kleine Werkzeuge und Tricks, um zu lernen, sie zu sehen und dann auch zu nutzen. Um dann von einer neuen inneren Einstellung heraus das Leben ein bisschen zu vereinfachen.

Das Gute ist, verändern muss man dazu im Außen GAR NICHTS. Alles ist schon da. Aber es ist meistens hilfreich, ein paar Dinge einfach wegfallen zu lassen. Witzigerweise überlebt man es doch sowieso jede Woche, wenn man 15 von den 20 To-Do-Listen-Punkten gar nicht geschafft hat. Die Sonne geht trotzdem wieder auf.

Deshalb, schreib doch gleich von vornherein nur 5 drauf. Dann fühlst du dich glücklich und erfolgreich, wenn du es geschafft hast.

Streiche Hobbies, die du nur halbherzig verfolgst, weil du denkst, das sollte zu einem ganzheitlichen Leben dazu gehören.

Höre auf, Kuche zu backen, wenn es dir nicht wirklich Spaß macht.

Verzichte auf bügeln und trage deine zerknitterten Shirts mit Stolz.

Koche gesund, aber einfach.

Treffe nur die Menschen, auf die du wirklich Lust hast.

Verbinde Aufgaben mit Spaß (kleine Kinder laufen gerne und stolz mit einem Mini-Putzlappen durch das Haus).

Und Pflichten mit Sport (z.B. einfach mal den Weg bis zum Supermarkt joggen).

Nimm dir Qualitätszeit mit deinen Liebsten. Schon 5 Minuten hier und da sind besser als nichts. Für eine kurze Kuscheleinheit. Ein Pixie-Buch. Oder einen Moment, um zu fragen, wie es dem Anderen geht.

Das sind jetzt nur ein paar Beispiele die mir spontan einfallen, um deinen Haushalt zu vereinfachen, dein Leben zu entzerren und zu entschleunigen und das Wesentliche zu nähren.

Das Wesentlichste in dem Ganzen bist du. Dass es dir gut geht. Das sollte jeden Tag und in jedem Moment das Wichtigste sein. Dann fühlst du dich kraftvoll und zufrieden und deine Familie spürt das.

Denn als Mama bist du einfach der Mittelpunkt, ob du es willst oder nicht.

Deshalb sollte Vereinfachung deines Lebens und Einbauen von Ruheinseln und einer positiven Grundeinstellung in deinen Alltag ganz oben auf der Liste stehen, wenn du mehr Kraft, Zeit und Gelassenheit anstrebst.

Dann trägt dich diese innere Ruhe durchs Leben, so wie du deine Kinder trägst.

Auf meiner Webseite www.mamameditation.de findest du viele Tipps zu dem Thema und noch mehr kommen laufend dazu. Zum Beispiel in meinem wöchentlichen Newsletter. Zu dem kannst du dich hier anmelden. Oder schau doch mal in meiner Facebook-Community vorbei! Ich freue mich auf dich!

Alles Liebe,

Deine Verena