Mama-Alltags-Tipp #1: was tun beim Wutanfall?

Was tun, wenn mein Kind einen Wutanfall bekommt und nicht mitkommen will (z.B. in den Sportunterricht, zum Zahnarzt, in den Kindergarten etc.)

Diese Situation kennen wir Mamas alle und sie fühlt sich sehr unangenehm an, vor allem wenn wir gerade unterwegs sind und die Umstehenden einem strafende Blicke zuwerfen. Obwohl man ja gar nichts verbrochen hat. Außer vielleicht als Mama die Verantwortung zu tragen und einen Termin wahrnehmen zu müssen.

Und gerade das ist oft das Problem. Der Termin. Die Uhrzeit. Der Zeitdruck.

Deshalb rate ich dir in solchen Situationen erst mal Zeit zu schaffen. Und Zeit ist relativ. Schon 1 Minute kann viel bewirken. Eine Minute Zeit kann für dein Kind die Welt bedeuten. Denn für deinen Erwachsenen-Verstand ist diese Situation vielleicht gerade völlig unlogisch und sinnlos. Und du verstehst nicht, warum dein Kind sich so vehement wehrt, obwohl du ihm doch gar nichts Schlimmes antun willst. Aber du musst es auch nicht verstehen. Nur akzeptieren, dass es jetzt gerade in diesem Moment so ist. Atme tief durch. Schau nicht auf die Uhr. Ein paar Minuten früher oder später machen auch keinen Unterschied.

Und dann erlaube einfach deinem Kind seine Gefühle. Irgendetwas an dem, was du jetzt geplant hast, stört es. Es ist auch nicht wichtig warum. Ich habe bei meinen Kindern manchmal das Gefühl, dass sie sich einfach manchmal genervt und überrumpelt fühlen, weil sie in diesem Leben und in dieser Gesellschaft so oft fremdbestimmt werden. Ich glaube, sie wollen einfach ernst genommen werden und selber Entscheidungen treffen dürfen. Klar geht das nicht immer. Und manchmal (wie zum Beispiel im Straßenverkehr) geht das auch gar nicht, wenn sie noch klein sind. Aber in einem gewissen Rahmen kannst du deinem Kind dieses Selbstbestimmungsrecht zugestehen.

Am einfachsten geht das, indem du deinem Kind einfach mal Zeit und Raum gibst und ihm eine Minuten schenkst, in der es sich einfach nur so fühlen darf, wie es sich eben gerade fühlt. In der es sich am Boden wälzen darf. Oder weinen. Oder beleidigt sein. Du bist der Mensch, dem dein Kind am Meisten auf dieser welt vertraut. Deshalb traut es sich auch, dir all seine Gefühle zu offenbaren. Sei dankbar dafür, und schenke ihm diesen Moment, einfach sein zu dürfen.

Und schenke dir selbst auch diesen Moment. Um tief durchzuatmen. Und dir selbst deine Gefühle zuzugestehen. Stress. Druck. Wut. Lass es einfach da sein. Lege in dieser Minute deine Hand auf deinen Bauch, fühle, wie er sich mit deinem Atem hebt und senkt und fühle deine Gefühle. Atme hinein. Ändere nichts. Reagiere für eine Minute nicht auf dein Kind und bleibe ganz bei dir. Vielleicht musst du dein Kind an der Hand halten, wenn ihr gerade unterwegs seid. Aber lasse es einfach mit seinen Gefühlen frei sei. Und du mit deinen.

Und dann, nach einer Minute, die du euch Zeit gelassen hast, schau mal, ob du dein Kind vielleicht in den Arm nehmen kannst und es beruhigen. Ganz sanft. Vielleicht auch ein wenig ablenken, wenn es sich absolut hineinsteigert. Und dann ganz liebevoll eine Lösung finden, die sich für beide gut anfühlt. Wenn zum Beispiel die Sandalen nicht bei minus 10 Grad angezogen werden können, dann geht vielleicht das Lieblings-Sommer-T-Shirt (über den Pulli drüber gezogen). Oder ein Zahnarztbesuch kann mit etwas Tollem verknüpft werden (bei uns grad hoch gefragt: Einkaufen gehen im Supermarkt mit meinem 2-Jährigen). Oder unterwegs dein Kind in ein Spiel einbinden. Und bei alledem, immer wieder daran denken: Zeit lassen, durchatmen, Freude haben. Denn du lebst nur einmal und MamaSein ist so schön! Natürlich ist dieser tipp sehr allgemein verfasst und jede Situation und jedes Kind ist absolut einzigartig. Aber ich glaube, wenn du vom grundprinzip her verstanden hast, was ich meine, dann kannst du das auf jede Situation übertragen.

Ich würde mich freuen, in den Kommentaren von dir zu hören, ob dir mein Tipp geholfen hat. Gerne kannst du mir auch Themen nennen, die eine Herausforderung für dich darstellen - ich gehe in meinen Tipps dann darauf ein. Und hast du schon meinen wöchentlichen Newsletter abboniert? Da bekommst du die Tipps immer als erste :-) zusammen mit noch viel mehr Inspiration und aktuellen Themen.

Alles Liebe, Deine Verena

Verena HaynKommentieren