Mama-Alltags-Tipp #2: stressfrei Kochen mit Kind

Ab und zu macht es ja richtig Spaß mit den Kleinen zusammen zu kochen. Wenn man mal nur mit einem zusammen Qualitätszeit verbringt und einen Kuchen backt oder die Kinder schon alt genug sind, um beim Gemüse-Schnibbeln zu helfen. Aber wir wissen alle, dass das nicht immer so harmonisch abläuft. Als Mama kochen wir täglich und die Realität sieht leider nicht so aus, dass es immer für alle Beteiligten in einer seelenruhe abläuft.

Bei mir ist es so, dass mein 8-Jähriger jetzt immer liebend gerne kochen will und wir uns allerhand einfache Rezepte ausdenken. Aber der 2-Jährige will halt auch dabei sein und da habe ich manchmal das Gefühl, dass mir selbst 8 Arme nicht reichen würden, um zu kochen und gleichzeitig auf ihn aufzupassen. Wahrscheinlich hat er eine geheime Superkraft wie in X-Men. ich schaue für nur 1 Sekunde nicht hin und wusch - hat er sein Stühlchen am anderen Ende der Küchenarbeitsfläche aufgebaut und sein Kopf steckt schon in der Teigschüssel (ja, der ganze Kopf!). Oder ich gehe nur schnell die Milch aus dem Kühlschrank holen (dauert nur 2 Sekunden!) und wenn ich mich wieder umdrehe, ist das Ei schon aufgeschlagen. Nur leider nicht in die Schüssel hinein… Ja, da könnte ich 100 Beispiele nennen. Und leider geht das meistens auf die Kosten des “Großen”, der vor lauter aufpassen, dass der “Kleine” nix Verbotenes tut, gar nicht mehr das Kochen genießen kann.

Lange Rede, kurzer Sinn: da müssen ein paar vereinfachende Regeln her. Das hilft, Klarheit zu schaffen. Chaos zu minimieren. Für Sicherheit in der Küche zu sorgen.

Deshalb möchte ich mich von Maria Montessori inspirieren lassen und dir ein paar Tipps geben, wie du eine “vorbereitete Umgebung” in der Küche gestalten kannst.

Schritt 1: alle Gefahrenquellen beseitigen und/oder ausstecken (scharfe Messer, scharfe Gewürze, Alkohol, Medikamente,... außer Reichweite und elektronische Geräte wie Mixer, Zauberstab, Toaster immer ausstecken).

Schritt 2: wähle ein einfaches Rezept aus und bereite die Zutaten und Arbeitsgeräte schon vor.

Schritt 3: wähle EINE Tätigkeit für dein Kind oder deine Kinder aus, die sie gerne machen möchten. Bereite ihnen einen Arbeitsplatz vor: z.B. einen schönen bunten Untersetzer am Küchentisch, wo sie etwas altersgemäßes schneiden dürfen (oder eben alternativ stehend an einem vorbereiteten Bereich der Arbeitsfläche). Gurke oder Banane mit einem Kindermesser schneiden zum Beispiel. Dann kann man leckeren Bananenquark machen oder Gurkengemüse (ein perfektes Kindergericht: Zwiebeln fein hacken und glasig dünsten, mit etwas Gemüsebrühe (ca. 1/8 l) aufgießen, 1 Gurke schälen, von deinen Kindern in Würfel schneiden lassen und dazugeben; 1-2 TL Tomatenmark einrühren;  5-10 Minuten köcheln; am Ende mit einem Schuß Sahne oder Creme Fraiche und frischem Dill abschmecken und mit Reis servieren).

Wichtig: sei ganz klar mit ihnen, dass sie diese Tätigkeit nur an dem vorbereiteten Platz machen dürfen. Nimm dir die Zeit und sitze ruhig dabei und greife so wenig wie möglich ein. Beobachte nur. Atme tief. Nutze diese kurzen Momente als kleine Meditation.

Schritt 4: wenn ihr fertig seid, dann räumt zusammen auf.

Das Ganze geht natürlich nicht, wenn man komplexe Gerichte kochen muss. Da rate ich, dass du entweder vorkochst oder kochst, wenn eine andere Person anwesend ist, um auf dein Kind/deine Kinder aufzupassen. Wenn ich koche, während ich alleine mit den Kleinen bin, koche ich auch wirklich nur ganz schnelle Sachen. Wenn es aber mal länger dauert, habe ich immer noch einen Joker im Ärmel: dann darf mein 2-Jähriger “abspülen”. Er liebt das. Kleine Schürze anziehen, Spülbecken halb volllaufen lassen (mit viiiiiiel Schaum!), ein paar Plastikbecher und Schüsseln rein und ganz wichtig: alles andere außer Reichweite stellen. Es ist zwar danach meistens im Umkreis von einem Meter alles naß, aber mein Essen habe ich entspannt kochen können und mein Kleiner ist glücklich. Nasse Kleider kann man umziehen. Blanke Nerven nicht ;-).

Alles Liebe, deine Verena und denk daran: MamaSein ist das Schönste auf der Welt, wenn du dir selbst erlaubst, es dir leicht zu machen. Ich freue mich über Kommentare, ob dieser Tipp hilfreich für dich war! Schreibe mir gerne auch Themen, zu denen du dir Tipps wünschen würdest oder abonniere meinen Newsletter, um keinen Tipp zu verpassen.