Mitgefühl & Mitfreude

Hallo!

In unserem Modul über den Umgang mit Gefühlen darf eines nicht fehlen: das Thema Mitgefühl. Kaum jemand versteht, was das überhaupt bedeutet. Und doch ist es ein so wichtiger Baustein, wenn es um ein harmonisches Miteinander geht. Und um inneren Frieden.

Was meine ich, wenn ich von Mitgefühl spreche?

Mitgefühl ist eine Emotion, die weit tiefer geht, als man denkt. Es hat nämlich nichts mit Mitleid zu tun oder sich in den anderen so hinein zu fühlen, als wäre man diese andere Person und fühlt, was sie fühlt (was fatal ist, wenn es dieser anderen Person sehr schlecht geht).

Nein, Mitgefühl bedeutet, dass man ganz stabil in sich selbst ruht und dann aus tiefstem Herzen und aus einer Liebe heraus den anderen genau das stehen lassen kann, wo er steht. Dass, was auch immer dein Gegenüber gerade durch macht, für ihn/sie wichtig ist, eine wichtige Erfahrung. Und wenn du helfen willst, dann nicht aus einem Helfersyndrom heraus, sondern aus einer Integrität und Stabilität, weil du in deinem Inneren stark und klar bist und von da aus die Hand reichen kannst.

Vielleicht hast du einen Rat, weil aus deiner weiteren Perspektive eine mögliche Lösung offensichtlich ist (da spricht man dann vielleicht sogar mal ein paar strenge Worte, um den anderen aus seinem Selbstmitleid herauszureißen). Wichtig ist, dass du bei dir bleibst. Tief atmest, ruhig bleibst und weißt: bei aller Liebe, aber das sind nicht meine Gefühle. Ich darf in meinem Frieden bleiben. Von da aus kann ich am Besten helfen. Man wirft ja auch einen Rettungsring bei Seenot und springt nicht selbst ins Wasser.

Warum spreche ich dieses Thema in MamaMeditation an?

Weil ich es relevant in Bezug auf unseren inneren Frieden als Mama finde.

Denn wir Mamas fühlen und leiden so stark mit allem mit, was unsere gesamte Familie durchmacht. Da ist es manchmal gut, sich zu erinnern, dass es nichts bringt, sich darin völlig selbst zu verlieren. Wenn unsere Kleinen krank sind, müssen wir ja auch die nötigen Schritte gehen und Entscheidungen treffen, wie z.B. zum Arzt zu gehen. Denn wir sind ja die Erwachsenen, wir tragen die Verantwortung. Wir können uns nicht aufs Sofa werfen und jammern „menno, ich hab jetzt keinen Bock, mich zu kümmern...bin selbst krank und müde“.

Und auf einer emotionalen Ebene müssen wir auch manchmal "erwachsen" sein. Z.B. bei einer emotionalen Krise der Teenager-Tochter. Da sind wir dann der Fels in der Brandung. Und das erledigt dann das Mitgefühl. Nicht Verantwortungsgefühl, nicht Abgrenzen oder Strenge. Nein, ganz liebevoll: Mitgefühl. Dem anderen zugestehen, dass seine Erfahrung in diesem Moment vielleicht schmerzvoll ist (aber wer weiß, langfristig vielleicht wertvoll und ein wichtiger Entwicklungsschritt). Und bei sich selbst fühlen, wo man steht, festen Grund unter den Füßen haben und von da aus helfen, wenn man kann, will und wenn der andere es überhaupt zulässt. Oder einfach nur da sein. Den Raum halten. Lieben. Machen wir Mamas eh ganz oft. Einfach mal die Tränen fließen lassen und im Arm halten.

Und wie immer gilt: bei positiven Erlebnissen geht es natürlich auch: da können wir uns einfach mit freuen. Gibt es eigentlich das Wort Mitfreude? Ab heute steht es in unserem Mama-Duden ;-)

Also, viel Spaß beim Experimentieren und rein-fühlen, ob du jetzt gerade mitfreust, mitfühlst oder mitleidest. Wie fühlen sich die Unterschiede an? Ich bin gespannt, was du für dich herausfindest.
 

Überblick: was ist zu tun:

  1. Lasse einfach nur den Text auf dich wirken.

  2. Fühle den Unterschied von Mitgefühl, Mitfreude oder Mitleid, während du durch deinen Tag gehst.

  3. Gerne kannst du deine Einsichten in den Kommentaren oder in der Facebook-Gruppe teilen.

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