Akzeptanz-Aktivierung

Hallo!

Vielleicht hast du keine Probleme beim Einschlafen, wirst aber immer wieder geweckt und wachgehalten. Das kann während der Stillzeit passieren, wenn das Baby sehr oft trinken will oder wegen anderen Problemen aufwacht (z.B. Unruhe, Zahnen, Bauchweh…). Auch wenn die Kinder größer sind, heißt das noch lange nicht, dass sie durchschlafen. Bei manchen Kindern dauert das sehr lange. Und wenn dann auch noch ein Kind oder die ganze Familie krank wird, kann man an die Grenzen seiner Belastbarkeit kommen. Was tun und wie mit dem Schlafmangel umgehen?

Wie ich schon im letzten Beitrag über Einschlafprobleme geschrieben habe, ist es langfristig ganz wichtig, die innere Einstellung zum Thema Schlaf zu verändern. Das beinhaltet alle Aspekte, die dazu gehören: Einschlafen, Wachliegen, Umgang mit Müdigkeit und Schlafmangel. Denn das ist manchmal ein regelrechter Teufelskreis: man schläft schlecht oder wenig und fühlt sich erschöpft. Man gerät in Panik oder fühlt sich gestresst, wenn man wieder nur wenig oder schlecht schläft. Man kommt in einen inneren Widerstand und will um jeden Preis schlafen. Aber gerade weil man so angespannt ist, klappt das dann nicht. Oder eben das Baby weint und weckt dich gnadenlos wieder auf, wenn du vielleicht gerade endlich in deinen lang ersehnten Schlaf gefallen bist. Das kann, wenn es längere Zeit andauert, bis zur Erschöpfung führen. Und belastet langfristig das Familienleben und die Beziehungen zu allen anderen Familienmitgliedern. Und man muss ja weiter den Alltag bewältigen, wenn die Nacht vorüber geht. In der Früh hat das Baby Hunger oder die Geschwister und es geht weiter mit Frühstück machen. Und das ist erst der Anfang. Ein laaaaaaanger Tag folgt.

Um mit solchen Situationen umzugehen (egal ob schlaflose Krankheits-Phasen, Still-bedingtes geweckt werden oder vielleicht auch Schlaflosigkeit, die nichts mit deinem Kind zu tun hat), habe ich ein sehr einfaches Werkzeug für dich. Es ist so simpel, dass du dich vielleicht fragst: was, das soll helfen? Und obwohl es so simpel ist, wenden die wenigsten es in stressigen Situationen an (und Schlafmangel ist Stress).

Dieses Werkzeug ist: Akzeptanz. Erst mal die Situation so annehmen wie sie ist.

Und um das zu tun, habe ich dafür einen Trick: eine ganz simple Frage, die Akzeptanz für dich “aktiviert” und Widerstand gegen die Situation entkräftet.

Wenn du z.B. dein Baby um 2 Uhr nachts auf dem Arm herum trägst und es weint und schläft nicht mehr ein und du bist aber selbst schon völlig müde und fertig und könntest nur heulen. Was tun? Frage dich dann folgende Frage: Kann ich JETZT in diesem Moment an dieser Situation etwas ändern?

Es gibt 2 mögliche Antworten:

  1. Antwort: Ja. Dann: super! Dann tue es, ändere etwas, wenn es dir eine Verbesserung verspricht (z.B. jemanden um Hilfe bitten, in diesem Moment)

  2. Antwort: Nein. Dann: entspanne dich in die Situation hinein und sage dir: ich kann jetzt sowieso nichts ändern. Morgen früh vielleicht. Da rufe ich jemand an und bitte um Hilfe. Aber jetzt in diesem Moment kann niemand einspringen, nur ich bin hier und ich muss mich jetzt um mein Kind kümmern. Ich entscheide mich nun von ganzem Herzen, die Situation voll und ganz so anzunehmen wie sie ist.

Beide Antworten bringen Erleichterung. Bei der Ersten, weil man etwas ändert, anstatt in der Opferrolle zu sein und sich leid zu tun. Bei der Zweiten, weil man aus dem inneren Widerstand heraus geht, den man gegen die Situation hat. Dieser Widerstand kostet nämlich ganz schön viel Kraft. Nicht die Situation an sich.

Atme einfach tief durch und tue, was zu tun ist. Und versuche, es dir so leicht wie möglich zu machen. Und wenn du diesen inneren Widerstand, die innere Ablehnung gegen die Situation oder vielleicht auch eine Wut (z.B. weil dir niemand hilft) einfach annehmen kannst und erlauben kannst und tief hinein atmen kannst, dann geht es dir vielleicht schon ein kleines bisschen besser.

Dann kannst du dein Gedanken-Radio verwenden oder mit offenen Augen meditieren oder deinem Baby ins Ohr flüstern, was du an ihm liebst und wertschätzt. Wenn es möglich ist und du es dir mit Baby bequem machen kannst, dann setze oder lege dich mit ihm hin und schließe deine Augen und meditiere ein wenig. Oder höre eine geleitete Meditation. Vielleicht sogar laut, wenn dein Baby oder Kleinkind mithören will. Meditation ist ebenso erholsam wie Schlaf.

Wenn man das über einen gewissen Zeitraum praktiziert, wird es immer leichter, mit solchen schwierigen Momenten in der Nacht umzugehen. Dann entspannt man sich in die Situation hinein. Und automatisch tritt nach und nach eine Verbesserung ein. Natürlich kann das die Müdigkeit nicht ganz wegzaubern. Aber es hilft, dem Ganzen positiver zu begegnen und allein das gibt schon Kraft. Denn unsere innere Einstellung ist der Schlüssel zu beinahe allem.

Ich hoffe du hast ein paar Anregungen gefunden, wie du mit schwierigen Nächten und schlaflosen Zeiten umgehen kannst.

Wir Mamas sind auch nur Menschen - mache es dir selbst so leicht und liebevoll wie möglich :-)

Die PDF von heute gibt dir einen Überblick über den heutigen Beitrag. Drucke sie dir am Besten aus und lege sie dir für nachts bereit. Damit du dich daran erinnern kannst, wenn du “mitten drin” steckst in dem müden Moment.

Ich freue mich zu hören, ob dir die Akzeptanz-Aktivierungs-Frage geholfen hat.

Zusammenfassung - was ist zu tun?

  1. Frage dich in schwierigen Situationen nachts: Kann ich JETZT in diesem Moment an dieser Situation etwas ändern?

  2. Es gibt 2 mögliche Antworten: ja oder nein.

  3. Bei "ja": super, dann verändere etwas, so dass es dir besser geht.

  4. Bei "nein": versuche die Situation so anzunehmen wie sie ist und erleichtere dir die Nacht indem du eine der Übungen aus diesem Kurs anwendest (siehe Liste in der PDF)

  5. Drucke dir die PDF aus, damit sie dich in müden Momenten an das Wesentliche erinnert.

  6. Mache es dir selbst so leicht und liebevoll wie möglich.

 
Verena HaynKommentieren